Low fat Diäten
Statistisch gesehen isst jeder von uns an die 120 g reines Fett pro Tag. Da Fett unserem Körper die größte Menge an Kalorien liefert, ist diese Durchschnittsmenge an Fett der Lieferant von über 1200 kcal pro Tag. Die Idee ist naheliegend und beeindruckend, durch Reduktion von Fetten eine große Menge an Kalorien einzusparen. Rein rechnerisch werden bei einer Verminderung von 80 g Fett pro Tag über 700 kcal eingespart.
Zunächst schien diese theoretische Überlegung auch in der Praxis bestens zu funktionieren. Low fat Diäten wurden Mode. Auch die Lebensmittelindustrie zog nach und entwickelte viele Produkte mit einem deutlich verminderten Fettgehalt. Käse, Wurst, Joghurts, Dressings alles wurde "light" und Renner an der Kasse.
Die Methode der Fettreduktion hat einige deutliche Vorteile:
- einfach durchführbar
- fast ohne Rezepte und Anleitungen erlernbar
- nahezu überall anwendbar
- kaum Geschmackseinbußen
- Einsparung vieler Kalorien
- langfristig anwendbar, da sich auch das Geschmacksempfinden verändert
- viele Produkte fett reduziert im Handel
Allerdings zeigten sich im Laufe der Jahre auch immer mehr die Nachteile einer reinen Fettreduktion:
- sehr langsame Anfangserfolge
- möglicher Mangel an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren
- durch die Einsparung von Fetten kann die Versorgung mit Proteinen vermindert sein
- in der Praxis starke Kompensationseffekte in Richtung Kohlenhydrate
- in vielen industriellen Produkten wird Fett ersetzt durch Zucker, Stärke, etc.
- teilweise Geschmackseinbußen
Zusammenfassung: Fettreduktion ist ein Baustein einer intelligenten Ernährungsumstellung, allerdings dürfen andere Bestandteile einer gesunden Mischkost nicht vernachlässigt werden. Den Focus alleine auf das Fett zu legen erscheint uns zu kurz gedacht, vorallem auch deshalb, weil eine generelle Fettreduktion der Wichtigkeit bestimmter Fettsäuren nicht gerecht wird. Eine Differenzierung nach ungesunden gesättigten und essentiellen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist absolut nötig.
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