Bei den 5-7-jährigen Kindern ist heute in Deutschland schon jedes 5te Kind zu schwer und zu dick, um sich bei den 9-11jährigen auf 40% zu steigern. In ein paar Jahren wird in dieser Altersgruppe jedes 2te Kind zu schwer sein. Und der Trend geht weiter aufwärts.
„Daran sind nur die Hamburger, das Fast Food schuld“ ist die vorschnelle Ursachenforschung vieler Eltern. Genauer betrachtet liegen die Ursachen viel tiefer und sind viel komplexer und machen damit Abhilfen viel schwieriger.
Wie aber speckt man Kinder und Jugendliche erfolgreich ab. Zunächst einmal überhaupt nicht mit Diäten, Fastenkuren oder anderen Methoden der Erwachsenen. Dies ist der falsche Weg. Bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase sollte man - solange das Übergewicht nicht extrem ist - versuchen, das Gewicht konstant halten und eine weitere Zunahme zu verhindern. Mit dem Wachstum wird dann meist eine deutliche Verbesserung der Körperproportionen eintreten.
Sie können aber noch mehr tun, außer auf den nächsten Wachstumsschub zu warten. Schlüssel für eine deutliche Besserung ist die Bewegung. Untersuchungen haben deutlich gemacht, dass dicke Kinder im Schnitt fast 3 Stunden vor Computer und Fernsehgerät verbringen, normalgewichtige Kinder dagegen nur die Hälfte dieser Zeit.
Leider gibt es für die Motivation zur Bewegung kein Patentrezept. Hier sind die Eltern massiv gefordert. Es ist Kreativität angesagt, denn nur wenn die Bewegung Spaß macht, wenn sie „in“ und akzeptiert ist, dann kann ein dauerhafter Erfolg eintreten. Die bei vielen Erwachsenen beliebten Wanderungen durch Wald und Flur sind für Kinder ausgesprochen uncool, hier muss schon ein Themen-, Märchen- oder Tierpark auf der Zielliste stehen. Radfahren mit Freunden, Nachbars Hund gegen Entgelt regelmäßig ausführen, Vaters Wagen polieren oder Omas Garten vom Laub befreien sind denkbare Alternativen zum Fernsehkonsum. Bewährt hat sich auch spezielle Playstation-Games, die das passive Sitzen vorm Fernsehgerät beenden und zu aktiver Bewegung animieren. Insgesamt nützen elterliche Sprüche oder gar Verbote sehr wenig, aktive Mitgestaltung ist gefordert.
Natürlich muss auch das Essen und Trinken etwas verändert werden. Wenn Sie langfristigen Erfolg haben wollen, dann vermeiden Sie zunächst alle Verbote. „Keine Schokolade mehr, keine Limos mehr“ ist taktisch unklug.
Bester und erster Ansatzpunkt bei Kindern und Jugendlichen sind die Getränke. Bei Kindern beliebte Erfrischungsgetränke wie Limonaden, Ice-Tea und Cola sind wahre Zuckerbomben und sollten wie Süßigkeiten behandelt werden.
Nicht verbieten, sondern reduzieren, ist die sinnvolle Devise. Fruchtsäfte, möglichst ohne zusätzlichen Zuckerzusatz, gemischt 1:1 mit Mineralwasser, aromatische oder aromatisierte Tees, die warm oder kalt getrunken werden können oder – falls akzeptiert – unveränderte 1,5% Trinkmilch sind mögliche Alternativen. Achten Sie beim Einkaufen auf die Deklaration, also auf die Zusammensetzung der Getränke. Wenn hier nach Wasser an 2.ter Stelle schon Zucker, Zuckersirup oder Glucose genannt wird, dann gehört dieses Getränk zurück ins Regal. In einem Seminar durchgeführt von Ihrer betreuenden Apotheke werden diese zuckerhaltigen Getränke ausführlich besprochen.




