Es ist medizinisch unstrittig, dass zuviel Gewicht negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat. Aber was heißt eigenlich zuviel Gewicht? Wer legt fest, was normal, was zuviel ist?
Früher war alles einfacher. Körpergröße in cm minus 100 ergab das Normalgewicht, ein weiteres Minus von 10 % für Männer und 15 % für Frauen berechnete das Idealgewicht. Von dieser Rechenformel ist man aber restlos abgekommen. Maßstab ist jetzt der BMI - eine Abkürzung für Body Mass Index. Dieser errechnet sind aus dem Quotienten von Körpergewicht (kg) geteilt durch die Körpergröße (m) im Quadrat. Suchen Sie jetzt nicht nach dem Taschenrechner, auch diese Formel ist nicht mehr zeitgemäß.

Die Menge des Körperfettes ist entscheidend, nicht das Gewicht. Betrachtete man früher die Fettansammlungen als Speicherorgan wo alle überschüssigen Kalorien gelagert werden, so weiß man zwischenzeitlich, dass Fettzellen sehr aktiv am Stoffwechsel beteiligt sind. Fettzellen sind kein totes Organ, das unschöne Ringe bildet, es beeinflusst massiv den gesamten Stoffwechsel.
So produzieren die Fettzellen vermehrt Östrogene, was bei Männern zu Potenzstörungen führen kann, bei Frauen das Brustkrebsrisiko erhöht. Weitere in den Fettzellen produzierte Substanzen erhöhen den Blutdruck, führen zu einer Insulinresistenz und damit sicher zu einem Typ 2 Diabetes. Weitere negativen Auswirkungen sind bekannt.
Die Verteilung des Körperfettes ist - wie Sie sicher wissen - nicht gleichmäßig. Grob teilt man diese in 2 Hauptkategorien ein:
Typ Birnenform mit den Fettansammlungen am Hinterteil, den Hüften und Oberschenkeln. Diese Fettverteilung kommt häufig bei Frauen vor.
Typ Apfelform mit den Fettansammlungen am und im Bauchraum. Diese Verteilung - umgangssprachlich auch als Wampe, Bierbauch, Ranzen oder Gösser bezeichnet - findet man häufig bei Männern.
Die Fettverteilung Typ Apfel ist gesundheitlich ungünstiger als die Birnenform. Bevor Sie jetzt vor dem Spiegel eine Einteilung der eigenen Körperform vornehmen, empfehlen wir eine bessere Methode: Messung des Bauchumfangs.
Frauen mit einem Bauchumfang bis 80 cm haben ein normales Risiko von Stoffwechselerkrankungen, bis 88 cm spricht man von einem mittleren Risiko und jeder Bauchumfang größer 88 cm stellt ein hohes gesundheitliches Risiko dar. Bei Männern liegen die Werte bei 94 cm (normales Risiko) bis 102 cm (mittleres Risiko) und über 102 cm spricht man von einem hohen Risiko. Von hier ist der Weg zum metabolischen Syndrom nicht mehr weit.
Überdeutlich zeigen Statistiken, dass mit jedem cm Fett mehr auf dem Bauch das Risiko an einem Diabetes Typ 2 - früher als Altersdiabetes bezeichnet - zu erkranken - massiv ansteigt. Auch zu hohe Cholesterin- und Triglyceridwerte, erhöhter Blutdruck und orthopädische Einschränkungen gehen im Gleichschritt mit dem Bauchumfang.
Hier gibt es keine bessere, keine gesündere Maßnahmen als Abnehmen. Abnehmen ist besser, effektiver und nebenwirkungsfreier als viele Arzneimittel. Wann starten Sie?